Brücke in Kwidzyn, Budimex.

Die in den letzten Jahren realisierten Straßenbauinvestitionen trugen zu der Entwicklung des Brücken- und Ingenieurbauwesens und zur Entstehung vieler moderner Objekte in Polen bei. In den Jahren 2008 bis 2011 wurde im Verlauf der Autobahnumgehungsstraße von Breslau die Redzinski-Brücke über den Fluss Odra gebaut. Der Hauptteil des Objekts besteht aus vier Jochen: den seitlichen mit einer Spannweite von je 50 m und zwei in der Mitte mit einer Länge von 256 m, die mit Hilfe von 80 Paar Seilen an den zentral zwischen ihnen situierten Pylonen angebracht wurden. Der Pylon mit einer Rekordhöhe von 122 m hat die Form des Buchstaben H und sein Sockel wurden aus Stahlbeton gefertigt. Nur die oberen Teile haben eine Verbundkonstruktion. Die Brücke wurde mit einem modernen Überwachungssystem ausgestattet, das die Messung der Kräfte in den Seilen, der Abweichungen der Pylonprofile und des Brückendecks, der Windgeschwindigkeit und -richtung, der Umgebungstemperatur und die der Konstruktion sowie ihrer Deformationen erlaubt.

In Polen wurden in der letzten Zeit einige Schrägseilbrücken mit einem Brückendeck aus Beton in Betrieb genommen. Zu dieser Kategorie zählen u.a. das Viadukt über die A4 in Wykroty (2008), das Viadukt in Opole (2010), die Brücke über den Fluss Skawa in Zembrzyce (2010), die Brücke über den Fluss Motlawa in Danzig (2012) oder das Viadukt über die S8 in Olesnica (2012).

Brücke über den Fluss Dunajec in Sromowice Nizne.
Brücke über die Gornoslaska Allee in Katowice.

Die Brücke über die Weichsel in der Nähe von Grudziadz im Verlauf der Autobahn A1 wurde in den Jahren 2009 bis 2011 gebaut. Es ist ein Balkenobjekt aus Spannbeton mit einer Gesamtlänge von 1954 m. Die Hauptöffnung aus Stahlbeton über die Weichsel hat eine Spannweite von 180 m, die Länge der zwei seitlichen Öffnungen beträgt je 110 m. Rekordverdächtig war damals die Länge
der Rampenbrücke, die mit dem Taktschiebeverfahren errichtet wurde (991 m).

Die Nordbrücke aus dem Jahr 2012 (mit einer Länge von 795 m) ist das zehntgrößte Objekt über die Weichsel in Warschau und das achtgrößte Straßenobjekt. Es befinden sich darauf zwei Fahrbahnen und eine zweispurige Straßenbahnstrecke. Die Brücke besteht aus zehn Jochen mit einer Spannweite von 45 bis 160 m. Die Breite der drei unabhängigen Spuren beträgt insgesamt 46 m. Die Tragkonstruktion aus Stahl wurde mit drei Methoden montiert: dem Taktschiebeverfahren, traditionell mit Lastkränen und durch das Anheben mit Hilfe von Stäben und Spannseilen.

Mazowiecki-Brücke in Rzeszow.

Unter den Stahlbogenobjekten mit einem Brückendeck aus Beton zeichnet sich das im Jahr 2012 fertiggestellte vierjochige Viadukt im Verlauf der Slowackistraße in Danzig aus. Das Hauptjoch aus Spannbeton mit einer Spannweite von 120 m wurde zentral an die Bogenkonstruktion montiert. Die Rohrkonstruktion wiederum besteht aus zwei um 4 m ineinander geschobenen und bei den Stützen gekreuzten Bögen.

In den letzten Jahren hat man immer kühner begonnen, untypische, aber weltweit bekannte Brückenkonstruktionen zu errichten. Dazu gehören Extradosed-Brücken, Spannbandbrücken oder Leimholzbrücken. Einige Objekte der erstgenannten Art wurden bereits fertiggestellt. Die größten von ihnen sind: die Brücke über den Fluss Warta in Konin (2007), die Brücke über den Fluss Raba in Dobczyce (2012) und die im Jahr 2013 fertiggestellte Brücke über die Weichsel in Kwidzyn.

Die Brücke in Kwidzyn ist eine der weltweit längsten (über 800 m) Extradosed-Objekte. Die Spannweite jedes der mittleren Joche beträgt je 204 m. Die Brücke hat drei relativ kleine Pylonen (20 m Höhe), die als Spannungsdeviatoren dienen.

Fußgängerbrücke über den Fluss Motlawa in Danzig.
Universitätsbrücke über den Fluss Brda in Bydgoszcz.

Die im Jahr 2012 in Betrieb genommene Überführung für Fußgänger und Fahrzeuge über den Fluss Raba in Lubien im Landkreis Myslenicki ist ebenfalls ein ganz besonderes Objekt: Die Tragkonstruktion wurde mit einer Spannbandkonstruktion aus Spannbeton entworfen. Die Jochlänge beträgt 92 m und die -breite 5,5 m. Sie kann auch von Fahrzeugen mit einem Gesamtgewicht von bis zu 15 Tonnen befahren werden. Das Brückendeck besteht aus Fertigelementen, die mit acht Seilen in Betonblöcken verankert wurden.

Im Jahr 2006 wurde in Sromowce Nizne am Fluss Dunajec ein Fußgängersteg aus Leimholz mit einem Joch von einer Spannweite von 90 m in Betrieb genommen. Dieses Joch ist an einem Pylonen aufgehängt.

Die landesweite Rekordspannweite unter den Konstruktionen solchen Typs hat der im Jahr 2010 in Betrieb genommene und aus Stahl gebaute Hängesteg für Fußgänger über den Fluss San in Witrylow. Die Spannweite seines Jochs beträgt 150 m und die Länge des gesamten Objekts liegt bei 234 m. Zwei Seile (mit einem Durchmesser von je 40 mm) tragen ein Stahldeck, das mit 12 (mit Durchmesser von je 35 mm) zwecks Windschutz verstärkt wurde. Die Pylonen wurden aus Rohren mit einem Durchmesser von 60 cm errichtet.

Im Jahr 2013 wurde in Torun die Generalin-Elzbieta-Zawacka-Brücke, eine Konstruktion aus Stahl in Torun in Betrieb genommen. Das Objekt ist 540 m lang und 24 m breit. Seine Konstruktion besteht aus zwei Stahlbögen mit einer Rekordspannweite
von 270 m und einer Höhe von 50 m. Die Joche sind auf zwei Stützen an den Flussufern und auf einer dritten zentralen Stütze mitten im Flussbett gelagert. Die Rampenbrücke wird am linken Flussufer von 18 und am Flussufer von 12 Stützen getragen. Um die Investition in Torun realisieren zu können, hat ein Expertenteam eine innovative Montagetechnik der Joche erarbeitet. Die fertigen Brückenbögen mit einem Gesamtgewicht von ca. 5500 Tonnen wurden mit Schleppern befördert und am Zielort auf die festen Stützen montiert. Auf der Brücke entstanden zwei zweispurige Fahrbahnen, ein Bürgersteig und ein Fahrradweg mit einer Gesamtbreite von 30 m.

Im gleichen Jahr wurde eine neue Schrägseilbrücke über den Fluss Brda in Bydgoszcz in Betrieb genommen, die ein Bestandteil der vierspurigen Stadtdurchfahrt ist. Es ist ein zweijochiges Objekt mit einer Gesamtlänge von 200 m und der
Jochspannweite von 110 m + 90 m. Die Brückenpylonen mit der Höhe von 68,7 m erinnern in ihrer Form an die sich überschneidenden Buchstaben Alpha und Omega des griechischen Alphabets. Der Steg für Fußgänger über die Straße ist ein besonderes Augenmerk der Stadtdurchfahrt.

Macharski-Brücke in Krakau.

Im Jahr 2015 wurde das zweithöchste Objekt in Polen in Betrieb genommen, die Tadeusz-Mazowiecki-Schrägseilbrücke über den Fluss Wislok in Rzeszow. Die Überführung hat eine Länge von 482 m, je zwei Fahrspuren in eine Fahrtrichtung und zwei Spuren für Fußgänger und Fahrradfahrer. Die Schrägseilkonstruktion stützt sich auf einem 108 m hohen Pylonen in Form des Buchstaben A, an welchem 64 Seile, die seine Platte halten, befestigt wurden.

Im Juni 2017 wurde die Kardinal-Franciszek-Macharski-Brücke in Krakau im Verlauf der Schnellstraße S7 in Betrieb genommen. Die Konstruktion besteht aus zwei für jede Fahrtrichtung separaten Schrägseilbrücken mit einer Länge von 706 m (Richtung Biezanow) und 695,5 m (Richtung Nowa Huta).

Unter Objekten mit einer mittleren Spannweite zeichnen sich einige städtische Fußgängerstege und manche Autobahnviadukte aus. Ihre architektonische Form soll Aufmerksamkeit an sich ziehen, mit der Umgebung harmonieren oder ein Orientierungspunkt sein, der die monotone Autobahnfahrt abwechslungsreicher gestaltet. Besonders bemerkenswert sind die Spannbetonobjekte über die Autobahn A4 auf der Strecke Breslau-Katowice.

Unter den Investitionen mit Spannweiten von bis zu 50 m wurden in den letzten Jahren Entwürfe leichter ästhetischer Fußgängerstege in Form von dreispurigen Gitterwerken aus Rohrstäben zunehmend beliebt. Auch die Technologie für den Bau von Durchlässen und den Umbau von Objekten mit einer kleinen Spannweite unter der Verwendung von Stahlwellblech hat enorme Fortschritte gemacht. Es sind biegsame Konstruktionen, die ihre Form an den unter ihnen liegenden Boden anpassen. Mehrere solcher Objekte wurden als tierfreundliche Übergänge errichtet.

Generalin-Elzbieta-Zawacka-Brücke in Torun, Straßenbauverwaltung Torun.
Brücke über die Weichsel in Bydgoszcz.
Schloßstraße und Jerzy-Labuda-Brücke über die Oder in Stettin.
Redzinski-Brücke in Breslau.
Brücke über die Weichsel in Pulawy.