Swietokrzyski-Brücke in Warschau.

Der wirtschaftliche Fortschritt des Landes und die Möglichkeit die europäischen Finanzierungsmittel in Anspruch zu nehmen, haben zu der Entwicklung des polnischen Brückenbaus entschieden beigetragen. Es entstehen immer mehr moderne optisch anspruchsvolle Bauobjekte auf europäischem Niveau, insbesondere die über die Oder und Weichsel.

Im Jahr 2000 wurde der Bau der Swietokrzyski-Brücke beendet, des achten festen Objekts über die Weichsel in Warschau und der ersten großen Schrägseilbrücke in Polen. Sie zeichnete sich auch dadurch aus, dass sie damals als die größte (87,5 m vom Nullpunkt der Weichsel), die mit dem längsten Joch (180 m), die breiteste (30 m) und die auf 44 längsten Pfeilern (31 m) angesetzte Brücke galt. Die Konstruktion der Brücke bildet ein Stahlgerüst mit einer zusammengesetzten Platte aus Stahlbeton mit den Hauptjochen von einer Spannweite von 140 m und 180 m, die auf einen Stahlbetonpylonen in Form des Buchstaben A aufgehängt wurden. Die Jochw wurden mit Hilfe von 48 Seilen montiert. Auf dieser Baustelle wurde die größte in Polen Belastungsprobe des
Pylonfundaments (13,72 MN) durchgeführt.

Ein Jahr später wurde der Bau der Johannes-Paul-II.-Brücke über den Fluss Martwa Wisla in Danzig beendet. Es ist die erste Schrägseilbrücke in Polen, die mit der Vor-Kopf-Bauweise ohne Verwendung vorläufiger Stützen an den Flussufern errichtet wurde. Die Spannweite des Hauptjochs beträgt 230 m. Das Stahlgerüst der Brücke besteht aus zwei doppelten geschweißten Blechträgern und Querträgern. Die passiven Seilverankerungen wurden am Pylon montiert, die aktiven wiederum am Deck. Die Stützen wurden auf Pfeilern mit einem Durchmesser von jeweils 1,5 bis 1,8 m und von einer Länge bis zu 30 m aufgesetzt.

 

Die Siekierkowski-Brücke in Warschau wurde im Jahr 2002 in Betrieb genommen. Das Objekt war damals die landesweit größte Schrägseilbrücke und die erste Konstruktion, die von zwei Pylonen getragen wurde. Ihre Länge samt Zufahrtsviadukten beträgt 826 m, die Spannweite des Mitteljochs beträgt wiederum 250 m. Es ist eine Stahlbeton-Verbundbrücke. Der Hauptteil bildet ein Gitter aus
zwei gleichhohen Blechträgern und aus Querträgern. Die aktiven Verankerungen der Seile wurden in den Hauptkörpern der Pylonen in Form des Buchstaben H befestigt und in ihren Oberteilen wurden Stahlkästen für die Übertragung der Spannkräfte der Seile angebracht. Die passiven Seilverankerungen befinden sich auf der Ebene des Brückendecks. Jeder der Pylone ist mit 28 Seilen versehen, die eine Länge von 54 bis 131 m haben.

Im Jahr 2003 entstand im Verlauf der Siekierkowska-Straße der Verkehrsknoten Czerniakowska. Er besteht aus einer Hauptrampenbrücke, die aus 22 Jochen mit zwei parallel verlaufenden Fahrbahnen mit einer Länge von je 807 m und aus zwei nach links abbiegenden Rampenbrücken besteht. Dank der Verwendung der Methodik des Taktschiebeverfahrens wurden innerhalb von 9 Monaten 1200 m Kastenkonstruktion aus Spannbeton gebaut, was zu damaliger Zeit ein Rekordergebnis beim Bau solcher Objekte in Polen war.

Im gleichen Jahr wurden die Objekte über den Fluss Elblag in der Stadt Elblag und über Zalew Zegrzynski in Zegrze in Betrieb genommen. Die Hauptöffnung der 11-jochigen Brücke in Elblag mit der Länge von 437 m hat eine Spannweite von 75 m, die seitlichen Öffnungen sind jeweils 50 m lang. Bei dem 4-jochigen Objekt in Zegrze, mit der Spannweite von ca. 80 m je Öffnung, wurde eine originelle Methodik des Verschiebens der Konstruktion mit einem gebogenen Unterstreifen verwendet: Für die Stützung der Querträger wurden Schlitten verwendet, das Ende der aufgeschobenen Konstruktion erfolgte auf einem Kahn.

Johannes-Paul-II.-Brücke über den Fluss Martwa Wisla in Danzig.
Brücke in Zegrze.
Verkehrsknotenpunkt in Warschau.
Siekierkowski-Brücke in Warschau.

Im Jahr 2004 wurde die Millennium-Brücke im Verlauf der Umgehungsstraße von Breslau in der Nähe von Osobowice mit einer Spannweite des Hauptjochs von 152 m in Betrieb genommen. Das ist die landesweit erste Schrägseilbrücke, deren Brückendeck mit der Vor-Kopf-Bauweise vollständig aus Spannbeton der Klassen C50/60 gefertigt wurde. Sie besteht aus zwei Trägern mit einem Kastenquerschnitt und einer konstanten Höhe von 2,5 m, die mit einer Platte von 22 cm Dicke verbunden werden.

In der Klasse der Balkenkonstruktionen galten folgende Brücken um die Jahrtausendwende als besondere Erfolgsbauten: die Tiergartenbrücke über die Weichsel in Krakau mit einer damals rekordverdächtigen Spannweite des Jochs von 132 m, fertiggestellt im Jahr 2001 und über die Oder in Krzyzanowice, ebenfalls 2001 in Betrieb genommen, mit einer Spannweite von 80 m, bei der die Vor-Kopf-Bauweise angewandt wurde.

Die im Jahr 2006 beendete besonders interessante Betonbrücke in Milowka besteht aus 12 Jochen, von welchen die drei in der Mitte bogenförmige, mit obenliegender Fahrbahn eine rekordverdächtige Spannweite von jeweils 103 m vorweisen.

Zu den bedeutenden Leistungen in der Klasse der Stahlkonstruktionen gehörten die am Anfang dieses Jahrhunderts gebauten Brücken: die Kotlarski-Brücke in Krakau und in Wolin im Verlauf der Umgehungsstraße. Beide sind Bogenobjekte mit untenliegender Fahrbahn, aber mit sehr verschiedenen Konstruktionslösungen.

Kotlarski-Brücke in Krakau.
Millennium-Brücke in Breslau.

Die Kotlarski-Brücke (2001) ist ein Objekt mit einer Jochspannweite von 166 m. Die Tragkonstruktion der Brücke besteht aus einer räumlichen Stahlstruktur, die aus vier linsenförmigen Bogenstützen und einem orthotropen Brückendeck besteht. Die oberen Bögen sind parabolisch, und die unteren wiederum kreisförmig. Das Brückendeck wurde an die Bögen mit Hilfe von Stab-Hängern befestigt. Das Objekt ist sehr breit (36,84 m), denn es befinden sich dort auch Straßenbahngleise.

Im Gegenteil zur Kotlarski-Brücke hat das im Jahr 2003 in Betrieb genommene Objekt in Wolin über den Fluss Dziwna eine mehr vertraute Silhouette. Die Konstruktion des Hauptjochs besteht aus zwei zueinander geneigten parabolischen Stahlbögen mit Anker. Die Spannweite der Bögen beträgt 165 m, bei einer Bogenhöhe von 24 m. Die Anker bestehen aus einem Stahlgitter mit dem längs gespannten Betonbrückendeck. Die Hänger, die das Brückendeck halten, sind aus Seilen gefertigt und sie kreuzen sich in den Bogenebenen. Die aktiven Anker der Hänger wurden in den Bögen lokalisiert. Das tragende Hauptelement des Brückendecks sind Querträger, die alle bei 6 m liegen. Die gesamte Stahlkonstruktion der Brücke ist ist an ihren Nähten verschweißt.

Krzywy-Kij-Brücke auf der A4.
Pater-Leon- Bernatek-Brücke in Krakau.
Brücke in Bydgoszcz.
Fußgängerüberführung in Pszczyna.
Viadukt über die A1 in Danzig.
Jagiello-Brücke in Bydgoszcz
Viadukt in Mszana.
Viadukt über die A4 in Ruda Slaska.
Zamkowy-Brücke in Rzeszow.
Brücke „Regenbogen“ auf der A2, GDDKiA.

Unter den Stahlbrücken zeichnet sich besonders die Schrägseilbrücke in Plock aus, dessen Bau im Jahr 2005 beendet wurde. Die Konstruktion sticht mit der landesweit größten Jochspannweite (375 m) hervor und ist die erste, bei der die Abspannseile in einer Ebene verwendet wurden. Die Brücke hat unter den Pylonen eines der größten Kalottenlager in Europa mit einer Belastungsfähigkeit
von 110 MN und einem Durchmesser von annährend 2,5 m. Die Höhe der einzelnen Stahlpylonen vom Brückendeck aus betrachtet, beträgt ca. 64 m. Die Montage des Hauptteils aus Stahl-Kastenelementen erfolgte mit der Vor-Kopf-Bauweise. Das Schrägseilelement besteht aus 56 Seilen mit einer Länge von 50 bis 190 m. Eine innovative Lösung war damals die Anbringung von Spiralrippen an der Außenseite der Schutzrohre aus HDPE, um die Schwingungen, die durch Regen und Wind verursacht werden, zu reduzieren.

Der im Jahr 2008 realisierte Bau der Johannes-Paul-II.-Brücke über die Weichsel in Pulawy war damals das größte Stahlbogenobjekt in Polen und das fünftgrößte Objekt in Europa mit einer Spannweite des Bogenjochs von 212 m. Das statische Schema des Objekts ist ein 14-jochiger Balken, der in der Hauptöffnung mit einem Stahlbogen verstärkt ist. Die Konstruktion der Hauptöffnung besteht aus zwei zueinander geneigten Bögen. Das Brückendeck, was als Anker fungierte, wurde an den Bogen mit Hilfe von 14 Paar Aufhängern in Form von vier Zugstäben angebracht. Bei den Zugstäben von über 12 m wurden Elemente zur Reduzierung der Schwingungen verwendet. Die Brücke war das erste im Land im vollen Umfang videoüberwachte Objekt. Ein komplexes System von Sensoren ermöglicht die Bewertung der Sicherheit der Konstruktion, Überwachung des Verkehrs und aller Verkehrsereignisse.

Viadukt in Milowka, GDDKiA, Foto: Dorota Marzynska.
Solidarnosc-Brücke in Plock.