Vorrichtung zur mechanischen Druckreinigung von Stahlkonstruktionen, Nowy Sacz 1960.
Rejon Eksploatacji Drog Publicznych in Lwowek Slaski, Bitumenmischanlage, 1959.

Der zunehmende Fahrzeugverkehr trug zum Ausbau des lokalen Straßennetzes bei. Darunter fällt vor allen Dingen das staatliche Personenbeförderungsunternehmen „Staatlicher Automobilverkehr (PKS)”. Damals wollte jedes Dorf Haltestellen für dieses Verkehrsunternehmen anbieten. Zunächst verkehrten die Busse ausschließlich in den Woiwodschaftsstädten und seit 1973 zusätzlich in Kreis- und Gemeindestädten, die intensiv ausgebaut wurden. Die Zusammenarbeit der Regierung mit den Vereinten Nationen und die Durchführung des Programms „Ausbau des Straßennetzes” in den Jahren 1973 und 1977 führten zu wesentlichen
Änderungen der Organisation des Straßenbaus.

Man muss jedoch anmerken, dass sogar das größte Engagement und die aufopfernde Arbeit der Straßenbauarbeiter gewissermaßen durch die vermeintlich korrekten Regularien der Verwaltung und den damals in der Volksrepublik Polen herrschenden bürokratischen Chaos zunichtegemacht worden sind. Über Befugnisse im Straßenbau verfügten nämlich zwei zentrale Geschäftsbereiche. Während das Verkehrsministerium öffentliche Straßen verwaltete, war das Gebietsverwaltungs- und Umweltschutzministerium für die Straßen innerhalb der Städte verantwortlich. Lokale Straßen waren dem Staatsrat unterstellt. Alle Institutionen wurden durch die vermeintlich allwissende und unfehlbare Polnische Vereinigte Arbeiterpartei beaufsichtigt.

In den 1970er Jahren kehrte das Thema der Autobahnen und die Worte von Professor Nestorowicz wie ein Bumerang zurück, der vor 30 Jahren schrieb: „Polen kann ohne ein innovatives Autobahnnetz kein Teil des entwickelten Europas sein.“

Wiederaufbau des Viadukts in Charbowka, 1946.
Bau einer Straße, 1956.
Bau der Wodogrzmoty-Mickiewicza-Brücke, 1963.
Bau der Wodogrzmoty-Mickiewicza-Brücke, von 1966 bis 1967.
Ehrenamt, Krakau 1950.
Bau einer Straße, 1956.
Bau der Wodogrzmoty-Mickiewicza -Brücke in Stettin, von 1966 bis 1967.
Straßensanierung nahe Nowy Sacz, 1960.

Auf ironischer Weise erschien daraufhin im Jahr 1971 in der Fachzeitschrift „Straßenbau” der Artikel „Wir bauen Autobahnen”, der vom Ingenieur Eugeniusz Buszma verfasst wurde, der in dieser Zeit bereits Leiter des Zentralausschusses für Öffentliche Straßen war. Ingenieur Buszma verwies auf die Notwendigkeit, Schnellbahnstrecken und Autobahnen zu errichten und wertete den damaligen nicht zufriedenstellenden Straßenbauzustand aus. Zusätzlich stellte er einen übersichtlichen Handlungsplan seiner geplanten Modernisierung des Straßennetzes vor. Auch wenn „der Ausbau- und Verbesserungsplan des Straßennetzes nach Ingenieur Buszma angesichts des durch den Krieg verursachten Straßenverfalls richtig berechnet wurde, kamen wir jedoch mit dem Autobahnbau in Polen um mindestens 10 bis 15 Jahre in Verzug. Basierend auf zahlreichen Auswertungen gab der Ingenieur Buszma die Ziele des Bauplans wider. Die wichtigsten waren: „1 Mit dem Bau der Autobahnen sollte spätestens 1973 begonnen werden. (…) Bis zu diesem Zeitpunkt ist es notwendig, den Bau hinsichtlich der Planung und Technik effektiv zu organisieren, was derzeit in Polen nicht geschieht. (…) 2 Es müssen gleichzeitig vier Autobahnbaustellen entstehen, und zwar: auf der Strecke Breslau – Gliwice; auf der Strecke des Oberschlesischen Industriegebiets; auf der Strecke Krakau – Katowice und auf der Verbindung Warschau-Süd. (…) 3 Die Zielvorgabe für die nächsten drei Jahre lag bei jährlich 80 bis 100 km zu errichtender Strecke.“

Eine Investitionsleistung der damaligen Zeit war der Bau der Strecke Warschau-Katowice. Diese wird bis heute nach dem ersten Sekretär des Zentralkomitees der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei, Edward Gierek, „Gierkowka” genannt, der aus Schlesien stammt. „Viele wichtige Straßen wurden ebenfalls modernisiert. Dazu gehört etwa die heutige Landstraße Nr. 7, die von Warschau nach Danzig führt und aus zahlreichen Umgehungsstraßen, u.a. in Plonsk, Mlawa, Nidzica, Ostroda und Paslek, besteht. Es wurde u.a. die berühmte Umgehungsstraße der sog. Dreistadt (Danzig, Sopot, Gdynia) errichtet, ohne die es heute wesentlich schwieriger wäre, zwischen der Dreistadt und dem Süden Polens zu verkehren.

Produktionsbetriebe zur Herstellung von Bitumengemischen (Bitumen), Rozyny, 1977.
Bau einer Straße nahe Bydgoszcz, 1975.
Produktionsbetriebe zur Herstellung von Bitumengemischen, Keblowo, 1977.
Bau einer Autobahn, 1970er Jahre.

Ein Zeugnis aus dieser Zeit sind die zahlreichen Park- und Halteplätze an den Woiwodschaftsstraßen und deren Aussichtspunkte, die häufig mit Skulpturen und Denkmälern verziert worden sind. Viele davon, insbesondere diejenige in den Kujawien, durch die die Pisaten-Route führt, entstanden im Rahmen der Jahrtausendfeier zur Gründung des Polnischen Staates. Sowohl ihre Lage als auch die Errichtung an sich waren ein patriotisches Symbol der damaligen Zeit. Heutzutage, größtenteils nicht saniert und vergessen, verfallen sie leider, obwohl sie immer noch ihrer gedachten Funktion nachgehen, indem sie eine zeitweilige Verschnaufpause
auf Reisen ermöglichen.

Ein historischer Nachweis der Ineffizienz des damaligen Systems und gleichzeitig ein Vorbote des bevorstehenden Epochenendes, war der nicht vollendete Autobahnabschnitt auf der Strecke von Berlin nach Moskau. Geplant war, die Investition vor den 1980 in der Hauptstadt der UdSSR stattfindenden Olympischen Spiele fertigzustellen. Daher erhielt die Autobahn ihren allgemein bekannten Namen „Olimpijka”. Die Strecke überschneidet sich heute mit der Autobahn A2. Die 1985 freigegebene Strecke von Wrzesnia nach Konin wurde an sie angeschlossen.

Ein weiteres Novum des Straßenbaus aus den Zeiten der Volksrepublik Polens sind 2 km lange, mindestens 10 m breite und gerade verlaufende Straßenabschnitte. Diese Straßenabschnitte sind Überbleibsel des Warschauer Paktes und damit verbundenen Infrastrukturanpassungen für unvermeidliche bewaffnete Auseinandersetzung mit dem kapitalistischen Westen. Im ganzen Land gab es 21 solcher in der Nähe von Militärflughäfen gelegenen Straßenabschnitte, welche heute nicht mehr genutzt werden. Einzig der nördlich von Stettin gelegene Straßenabschnitt „Kliniska”, der auf der Woiwodschaftsstraße Nr. 142 liegt, wird weiterhin in einem solchen Zustand instandgehalten, der eine sichere Landung von Flugzeugen sicherstellen soll.

Raststatte, Brodnica, 1977.
Raststätte, 1969.
Polen gehörte zu den wenigen Ländern Europas, die ihre Piloten regelmäßig in der Nutzung derartiger Feldflughäfen schulte. Mittlerweile befinden sich zwei moderne Straßenabschnitte im Verlauf der Autobahnen. Einer der beiden liegt unweit von Wrzesnia auf der A2, der andere befindet sich nahe der Autobahnraststätte „Jastrzabek” am 518. Straßenkilometer der A4. Die Bilanz des 35. Jahrestags der Volksrepublik Polen wurde mit den folgenden Leistungskennzahlen resümiert: 54 000 km neuer Straßen wurden errichtet und 87 000 km Straßen modernisiert. Die durchschnittliche Dichte des Straßennetzes betrug 46,8 km pro 100 m2. Die Gesamtlänge der errichteten Autobahnen betrug jedoch nur 127 km. In dieser Zeit begann das „erste Stadium der Wirtschaftsreform”, die Regierung euphemistisch als den Versuch bezeichnete, die Wirtschaft des Staates zu retten, welcher unvermeidlich Richtung einer ökonomischen Katastrophe abdriftete. Die angekündigten Änderungen bestanden darin, in das bestehende Wirtschaftssystem schrittweise Marktmechanismen einzuführen. Das tatsächliche Ergebnis war leider ein entstandenes Rechts-, Organisations- und Zuständigkeitschaos. Es wurde das Prinzip der Selbstfinanzierung der Unternehmen und Selbstverwaltungen eingeführt, das sich in der Realität auf eine erhebliche Kürzung zentraler Zuwendungen beschränkte. Dies geschah trotz dessen, dass diese Betriebe und Verwaltungen nur über sehr niedrige Einnahmen verfügten. In dieser Situation wurden die meisten Investitionen zum Bau neuer Straßen gestoppt. Für die Instandhaltung der Straßen wurden eindeutig zu niedrige Beträge festgesetzt, die häufig sogar für die dringlichsten Sanierungsarbeiten nicht ausreichten.
Raststätte, Wiecbork, 1975 .
Straße Piechowice-Szklarska Poreba-Jakuszyce, 1970er Jahre.