Streitwagen antiker Sumerer, Fahnengemälde aus der Stadt Ur, datiert ca. 2600 bis 2400 vor Christus.

Als Ursprünge der Straßen können durch Tiere ausgetretene Pfade gesehen werden. Sie erleichterten es den altsteinzeitlichen Nomaden, sich durch das Gebiet fortzubewegen. Die Wege umgingen Naturhindernisse bzw. führten da über Flüsse oder Moore, wo sie sich relativ einfach und sicher überqueren ließen.

Erst nach der neolithischen Revolution, als Menschen durch den Ackerbau zum sesshaften Leben gezwungen worden sind, fingen sie an, befestigte Wege abzustecken. Die ersten Straßen bestanden aus einem Fundament aus schlammigen Ziegeln, Sand und natürlichem Bitumen. Darauf wurden anschließend Steinplatten verlegt. Solche Straßen entstanden zuerst in Sumer (heutigem Irak) und später in Ägypten, wo seit Anfang des 3. Jahrhunderts vor Christus mit Kalkplatten ausgelegte Kultwege gebaut wurden. Sie verbanden den heiligen Fluss der Ägypter mit Siedlungen und Grabsteinkomplexen, die an den Pyramiden lagen. Diese Verkehrsadern dienten feierlichen Prozessionszwecken.

Um das Jahr 1200 vor Christus wurde im Land der Hethiter mit dem Straßenbau begonnen. Die sog. Spurrillen mit einem Achsenabstand von ca. 1,5 m waren ungefähr 10 cm tief, 20 cm breit und stellten den befestigten Teil der Straße dar. Nur an einigen Stellen enthielten sie „Ausweichstellen”. Drohten aus entgegengesetzter Richtung kommende Streitwagen auf einer solchen Straße zu kollidieren, musste einer zur nächsten Ausweichstelle zurück oder an den Straßenrand fahren. Straßen solcher Art gab es u. a. in Griechenland, Süditalien und auf Malta.

Die Langstreckenbeförderung erfolgte mit Lasttieren wie Esel, Maultiere und Kamele über Naturwege. Von einem umfangreichen Transport und Handel war also keine Rede. Mitte des 1. Jahrtausends vor Christus entstand nach und nach infolge wachsender Imperien ein umfangreiche Gebiete umfassendes Wegenetz. Vorwiegend waren das Naturwege. Gepflastert waren sie ausschließlich in der Nähe von Großstädten und auf den Strecken mit verstärktem Verkehrsaufkommen. Sie dienten primär nicht Beförderungszwecken, sondern vor allem der königlichen Post, deren Staffeln urigen Überlieferungen nach in Persien täglich bis zu 160 km zurücklegen konnten.

Die ersten großen Straßenbauer waren die Römer. Ihre Vorgänger gaben sich gewöhnlich mit einer feinen Korrektur der Natur zufrieden, indem sie den Straßenverlauf an die Geländestruktur anpassten. Die Römer hingegen steckten ihre Straßen ohne Rücksicht auf Hindernisse ab und führten sie schnurgerade über Täler sowie Aufschüttungen, damit sie die Umgebung überragen. In hügeligen Gebieten holzten sie für sie Wege frei und bauten als Erste Tunnel. Die Straßen der Römer waren äußerst solide. Sie bestanden aus mehreren Schichten aus Steinen unterschiedlicher Größe, verbunden mit Kalkmörtel, Beton oder einer ca. einen Meter dicken Bleischicht.

Via Appia, erhielt von den Römern auch den Beinamen „Regina Viarum”, Königin der Straßen.
Antike Straße mit Spurrillen aus Stein in der Stadt Midas in der Türkei.

Die Römer rechneten dabei mit keinem intensiven Wagenverkehr. Damals erfolgte er nur in lokalem Umfang, wovon beispielsweise die „eckige” Form der römischen Brückenbeläge zeugt. Der Warentransport über längere Strecken fand fast ausschließlich auf dem Wasserweg statt. Aus jenen Zeiten stammt der Spruch, dass „alle Wege nach Rom führen”, denn wo auch immer römische Straßen verliefen, konnte anhand ihrer Meilensteine die Entfernung zur Hauptstadt abgelesen werden. Das Straßennetz der Römer stellte eine Art Kreislauf eines riesigen Staates dar und sorgte für sein geordnetes Funktionieren. Diese wurden von Kurieren befahren und notfalls zum reibungslosen Verlegen von tapferen Legionen genutzt. Wichtig war, dass die Wege geradeaus verliefen, wodurch die Entfernung und Fahrzeit verkürzt wurden. Einschätzungen nach umfasste das Netz der befestigten römischen Hauptstraßen ungefähr 80 000 km und betrug inklusive der schlechter befestigten Wege „zweiter Klasse” über 300 000 km.

Parallel zu dem beeindruckenden Straßennetz, errichteten die Römer unzählige Brücken, Überführungen und Tunnel (zuvor gab es nur eine einzige, auf Steinpfeilern gestützte Brücke, die über den riesigen Fluss Euphrat in Babylon führte). Die ersten Bauten wurden aufgrund der Verarbeitungsleichtigkeit, des einfachen Zugangs und der Schnelligkeit ihrer Wiedergewinnung aus Holz konstruiert. Durch die Römer verbreiteten sich auch in großem Umfang der Bau von Konstruktionen aus Steinbögen, wodurch sie weltweit Vorreiter im Brückenbau wurden.

Die erste (in Livius` Schriften historisch beurkunde) römische Brücke, die Pons Sublicius, führte über den Tiber und wurde zu den königlichen Zeiten ausschließlich aus Holz und ohne den Einsatz von Nägeln gefertigt. Über die Karten des griechischen Historikers Herodot erfährt man hingegen von drei wichtigen Militärbrücken: zwei Pontonbrücken, die über die Donau und den Bosporus führten sowie über eine dritte Brücke, die über den Hellespont (die heutigen Dardanellen) führte.

Die älteste in Rom erhaltene Brücke ist eine im Jahre 62 vor Christus von Lucius Fabricius errichtete Konstruktion mit zwei Jochen. Die Brücke wurde im 14. Jahrhundert restauriert und daran wurden zwei vierköpfige Stelen angebracht, die die mythologische Figur des Janus darstellen, weswegen sie manchmal Brücke der vier Köpfe genannt wird.

Ein Werk, was durch seine Monumentalität hervorsticht, ist die Pont du Gard nahe der Stadt Nîmes. Sie ist ein römisches Aquädukt, das bis heute in nahezu unversehrtem Zustand erhalten geblieben ist. Die dreistöckige Bogenkonstruktion aus Stein wurde ohne den Einsatz von Mörtel erbaut, indem nur eine entsprechende Steinverarbeitung mit enganliegenden Steinen genutzt wurde. Jenes 270 m lange und 49 m hohe Bauwerk der Römer aus dem 1. Jahrhundert nach Christus bildet nur einen Teil des 48 km langen Aquädukts, das die Einwohner von Nîmes mit Wasser versorgte.

Straße im antiken Pompei.
Antike Straße im Libanon, das 1. Jahrhundert vor Christus.

Ein weiteres Beispiel für die römische Brückenbaukunst ist die Engelsbrücke in Rom. Die 134 nach Christus im Auftrag des Kaisers Hadrian errichtete Konstruktion, bestehend aus fünf Jochen, verband das damalige Stadtzentrum mit dem am linken Flussufer erbauten Mausoleum. Papst Gregor der Große gab der Brücke ihren heutigen Namen und benannte das Mausoleum in die Engelsburg um. Dadurch machte er die Offenbarung des Engels, der das Ende der Pest auf dessen Dach verkündete, unvergesslich.
Die Spannweite dieser Brücke beträgt 18 m, die Länge 153 m. Ihre Geländer verzieren Engelsskulpturen, die 1668 auf Wunsch von Clemens IX. dorthin gebracht wurden.