Die Pont Vieux in der französischen Gemeinde Albi entstand 1035.

Nach dem Niedergang des Weströmischen Reiches verkam die weder sanierte noch instandgehaltene antike Infrastruktur und der Erfindergeist zog nach China. Gerade dort funktionierte seit den letzten Jahrhunderten das Straßennetz hervorragend für die Staatspost. Die Chinesen bauten (ähnlich wie die Römer) in großem Umfang strategische Wege. Sie gabelten sich von der Hauptstadt aus in verschiedene Richtungen. Sie entwickelten eigenständig die Fähigkeit, unterschiedliche Brückenarten, angefangen bei Holz- und Stein- über faltbare bis zu Eisenbrücken, zu errichten.

Für die älteste Brücke in dieser Weltregion wird die im 7. Jahrhundert nach Christus erbaute Zhaozhou-Brücke (auch Anji-Brücke genannt) in Zhao Xian gehalten. Sie wurde in Form eines 7,3 m hohen Segmentbogens und eines Jochs errichtet, das aus 28 schmalen Bögen besteht. Die Hauptmaterialien sind aus Kalk gefertigte Keilsteine.

Außerdem entwickelten die Chinesen das Pferdegespann wesentlich weiter, indem sie im 5. Jahrhundert Joch erfanden, das die Belastung auf die Schultern der Pferde verlagerte. Über den Iran gelang diese Weiterentwicklung gegen 800 nach Christus nach Europa, wo sich im 12. Jahrhundert seine endgültige Form herausbildete.

In Peru errichteten die Inkas während des 14. und 15. Jahrhunderts ein ausgebautes Wegenetz. Dies war umso erstaunlicher, da sie das Rad nicht kannten und die einzigen von ihnen genutzten Lasttiere Lamas waren. Jene Wege dienten einer ausschließlich aus Läufern bestehenden Kurierstaffel zur Übermittlung von Befehlen. Sie konnte mehr als 200 km pro Tag zurücklegen und war damit viermal schneller als die von den spanischen Eroberern organisierte Pferdepost. Eine beeindruckende Ergänzung des Straßennetzes der Inkas stellten Hängebrücken dar. Die größte hatte eine Spannweite von 45 m. Die Brücken wurden aus gewickelten Pflanzenfasern und aufgrund ihrer geringen Haltbarkeit jährlich ausgewechselten Holzteilen gefertigt.

In Europa, dem Vorreiter in Wissenschaft und Technik, beschäftigte sich über viele Jahrhunderte niemand genauer mit dem Straßenbau. Brücken, die für eine barmherzige Erfindung gehalten worden waren, wurden hingegen verstärkt gebaut. Ein neuer Trend, der damals auftauchte, war der Einsatz von mit einem Schlussstein geschlossenen Bögen. Diese Technik ermöglichte es die Brückenpfeiler zu verengen. Die Spannweite der Joche wurde vergrößert, wodurch ein Lichtspalt unter der Konstruktion entstand.

Die Engelsbrücke in Italien wurde 134 nach Christus erbaut.
Die antike Brücke von Alcántaraüber, die über den Fluss Tajo in Toledo führt.
Die Steinerne Brücke überquert die Donau in Regensburg (erbaut 1135 bis 1146, Deutschland).
Brücke über die Rhone in Avignon (1178 bis 1187, Frankreich).

Die zwischen 1135 und 1146 errichtete 336 m lange und 8 m breite Brücke über die Donau in Regensburg gehört zu den ältesten mittelalterlichen Brücken. Das Denkmal aus Stein wurde nach römischem Vorbild gefertigt. Seine Gradiente war steil, was den Wasserdurchfluss in den mittleren Jochen vergrößerte. Als Schutz gegen Überschwemmungen wurde zusätzlich ein Hochwasserschutzkanal, der die Brücke umging, ausgehoben.

Eine weitere Leistung des mittelalterlichen Brückenbaus ist die Brücke in Avignon, die über die Rhone führt. Sie bestand aus 22 Jochen mit einer Gesamtlänge von 900 m. Abgesehen von der Größe fiel sie durch ihre ausgezeichnete Baukonstruktion auf. Der Krümmungsradius der Bögen ist ellipsenförmig und verläuft an den Wipfeln zunehmend enger, weswegen die Stützpfeiler schmaler und die Bögen höher gebaut werden konnten. Die Brücke verlief nicht schnurrgerade, sondern drehte leicht in Richtung des westlichen Ufers ab, was die Konstruktion vor Überflutungen schützen sollte.

Florenz musste, um eine Handelshauptstadt zu werden, die mittelalterliche Verkehrsverbindung über den wechselhaften Fluss Arno sicherstellen. Die Steinbrücke wurde 1345 als Ponte Vecchio eingeweiht. Ihre Bögen wurden symmetrisch erbaut. An den breiten Pfeilern wurde ein flaches Gewölbe mit einer Spannweite und Bogenhöhe zwischen 3,9 und 4,4 m gestützt. Auf der weitreichenden Brücke wurden zwei Reihen von Läden gebaut. Das Bauwerk ist eine der wenigen Brücken, die bebaut und bis heute in unverändertem Zustand erhalten gebliebenen ist.

Die Karlsbrücke über die Moldau (1357 bis 1402, Tschechien).
Die Kapellbrücke (1333, Schweiz).
Brücke Ponte Scaligero (1354 bis 1356, Italien).
Rialtobrücke in Venedig, die älteste Brücke über den Canal Grande (1591).
The name of this bridge is
Die Pont Neuf über die Seine in Paris (1578 bis 1607).

In Prag sorgte die Regierung ebenfalls für die Entwicklung der Staatswirtschaft, indem sie in der Stadt Brücken erbauen ließ. Zuerst waren das Holz- und später Steinkonstruktionen, errichtet zu Ehren von Königin Judith. Der Bau einer weiteren Brücke wurde 1357 unternommen. Die Karlsbrücke (516 m lang und 10 m breit) bezaubert heute noch mit ihrer Monumentalität und Kombination unterschiedlicher Baustille. Neben den auf die Römer zurückgehenden Halbkreisbögen lassen sich für das Mittelalter typische Brückenpfeiler oder eine Reihe von Barockskulpturen an den Brückengeländern wiederfinden.